Liebe Fußballfreunde, liebe Nationalstolzler,

16.06.2008

seit dem 19. September 2007 stand an dieser Stelle die Aufforderung, eine Petition zu unterschreiben. Ihr Inhalt: der österreichische Fußballbund (ÖFB) möge die österreichische Nationalmannschaft freiwillig aus dem EM-Turnier nehmen, um Platz zu machen für eine Fußballnation.

Diese überspitzte Forderung hatte ein Ziel: durch mediales Interesse eine möglichst breite Masse von Fußballinteressierten zu erreichen, denen der tiefe Fall des österreichischen Spitzenfußballs in die Bedeutungslosigkeit nicht egal war und ist, um gemeinsam den längst fälligen Neuanfang  im heimischen Fußball zu fordern.

Eine Forderung nach mehr seriösen Machern, anstatt halbseidener Selbstdarsteller in vielen Vereinsvorständen und –präsidien.
Eine Forderung nach einer funktionierenden Lizenzierung anstatt einer intransparenten und beinahe jährlich Konkurse von Vereinen mit sich bringenden Pseudoprüfung offensichtlich mangelhafter Unterlagen.
Eine Forderung nach strategischem Arbeiten mit ambitionierten aber verbindlichen Zielsetzungen im ÖFB wie in all seinen Landesverbänden anstatt des herrschenden lähmenden Opportunismus eitler und inkompetenter Funktionäre.

Mehr als 10.000 Fußballfreunde haben diese Forderung unterstützt.
Wir sehen uns diesen 10.000 verpflichtet, die in vielen Hundert Emails ihren Unmut über die herrschenden Zustände im rot-weiß-roten Fußball zum Ausdruck gebracht haben.

Die Ernsthaftigkeit, mit der sich der ÖFB wie andere Institutionen gegen diese initiative und ihre Unterstützer zur Wehr gesetzt haben, zeigt, dass unsere Kritik so weit an der Wahrheit nicht vorbei gegangen sein kann.

Änderungen herbeiführen müssen allerdings andere. Patriotische Gefühle zu erzeugen wird dafür nicht ausreichen. Unabhängig vom weiteren Abschneiden des Nationalteams in diesem Turnier, das in unseren Augen mit einem Punkt gegen Polen mehr erreicht hat, als dem internationalen Stellenwert des heimischen Fußballs entspricht und sich damit bereits achtbar aus der Affäre gezogen hat.
Die Gefahr, die in diesem relativen Erfolg liegt, ist die der  Relativierung der begangenen Fehler und die vorübergehende Bestätigung von Strukturen und Verantwortlichen, die auch in den Augen vieler Eingeweihter (u.a. Toni Polster, Paul Breitner) dem Fußball hierzulande ausschließlich schaden.

Wir sind zuversichtlich, dass mehr als 10.000 verstanden haben, dass erst leistungsbezogene Entlohnung unserer Bundesligakicker dazu führen wird, realistische Budgets seitens der Vereine zu erstellen und durch seriöse Geschäftsgebahrungen für Sponsoren wieder interessant zu werden. Erst eine solche Anpassung der Gehälter an die sportliche Bedeutungslosigkeit unserer Liga wird dazu führen, sich seitens vieler Vereine wieder einer intensiveren Nachwuchsarbeit zu widmen. Was hierzulande immer erst nach finanziellen Pleiten oder Beinahe-Pleiten einzelner Clubs geschieht. Wie die Beispiele Sturm Graz aber auch Rapid deutlich zeigen, zum Wohl heimischer Nachwuchsspieler.

Die Initiatoren

 

 

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